Fenschter-vs-Feischter

Dialekt-Skandal bei Andy Arbeit: Wird der Thurgau von Zürich unterwandert?

Kaum ist Andy Arbeit in den Thurgau zurückgekehrt, sorgt der bekannte Radiomoderator bereits für erste Irritationen.

Am Donnerstagmorgen geschah es live im Radio.

Andy sagte «Feischter».

Nicht «Fenschter».

«Feischter».

Damit dürfte zumindest eine Frage geklärt sein: Nur weil jemand wieder im Thurgau wohnt, bedeutet das offenbar noch lange nicht, dass er auch sprachlich vollständig zurückgekehrt ist.

Ein Wort sorgt für Aufsehen

Eigentlich verlief der Morgen bis dahin unauffällig. Andy moderierte seine Sendung, die Menschen im Thurgau tranken ihren Kaffee und niemand musste mit einem grösseren Zwischenfall rechnen.

Dann fiel dieses eine Wort.

«Feischter».

Ein Ausdruck, der zwar auch im Thurgau verstanden wird, dessen natürlicher Lebensraum aber eher im Kanton Zürich vermutet wird. Ein echter Thurgauer hätte selbstverständlich «Fenschter» gesagt.

Zumindest bisher.

Damit steht nun eine unangenehme Frage im Raum: Ist Andy Arbeit wirklich in den Thurgau zurückgekehrt oder hat Zürich lediglich einen seiner Leute nach Bettwiesen geschickt?

Die Rückkehr erscheint in einem neuen Licht

Erst kürzlich berichteten wir über die Rückkehr von Andy Arbeit nach Bettwiesen. Die Gemeinde bekam einen prominenten Neuzuzüger, das Kissen im Gemeindewappen erhielt unerwartete Aufmerksamkeit und eigentlich schien die Angelegenheit damit geklärt.

Andy war wieder da.

Heute müssen wir diese Einschätzung möglicherweise etwas vorsichtiger formulieren.

Andy wohnt zwar wieder im Thurgau. Sprachlich scheinen jedoch noch gewisse Verbindungen nach Zürich zu bestehen.

Ob es sich lediglich um eine harmlose Folge seines bisherigen Wohnorts handelt oder ob hinter dem Umzug ein grösserer Plan steckt, wissen wir nicht.

Wir möchten keine Gerüchte verbreiten.

Trotzdem ist auffällig, dass wenige Tage nach seiner Rückkehr bereits ein deutlich zürcherisch gefärbtes Wort über den Sender ging.

Werden wir heimlich unterwandert?

Natürlich wäre es übertrieben, wegen eines einzelnen «Feischters» gleich von einer Zürcher Unterwanderung des Thurgaus zu sprechen.

Noch.

Denn sprachliche Veränderungen beginnen meistens unauffällig.

Zuerst wird aus dem «Fenschter» ein «Feischter». Danach heisst es vielleicht plötzlich nicht mehr Frauenfeld, sondern «Frauefäld». Und irgendwann wird der Morgenverkehr auf der A7 als Teil des Zürcher Stadtverkehrs betrachtet.

So weit ist es selbstverständlich noch nicht.

Auch gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass Zürcherinnen und Zürcher systematisch nach Bettwiesen ziehen, um den thurgauischen Dialekt zu verändern.

Dass ausgerechnet Andy Arbeit den ersten sprachlichen Vorstoss unternimmt, dürfte deshalb reiner Zufall sein.

Vermutlich.

Der Thurgau hört jetzt genauer hin

Ein einzelner Versprecher dürfte kaum genügen, um Andy Arbeit seine thurgauische Herkunft abzusprechen. Nach längerer Abwesenheit braucht möglicherweise auch ein Dialekt etwas Zeit, um wieder vollständig anzukommen.

Andy wohnt in Bettwiesen.

Bettwiesen liegt weiterhin im Thurgau.

Und ein Fenschter bleibt ein Fenschter.

Trotzdem werden wir seine nächsten Sendungen aufmerksam verfolgen. Sollte erneut ein «Feischter» fallen, müsste möglicherweise doch über weitere Massnahmen gesprochen werden.

Bis dahin betrachten wir den Vorfall als einmaligen sprachlichen Ausrutscher.

Der Thurgau hat Andy Arbeit wieder.

Jetzt muss nur noch sein Dialekt nachkommen.

Wir bleiben selbstverständlich dran.

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