Der Thurgau bekommt einen bekannten Radio-Mann zurück: Andy Zellweger, den Hörerinnen und Hörern besser als «Andy Arbeit» bekannt, zieht zurück in den Kanton. Sein neues Zuhause: Bettwiesen. Für den Rest der Welt ändert sich dadurch vermutlich herzlich wenig. Eine grosse Schlagzeile ist es uns trotzdem wert.
Wer morgens Radio hört, dürfte seine Stimme kennen. Andy Zellweger alias «Andy Arbeit» begleitet seine Hörerinnen und Hörer regelmässig durch den Morgen.
Nun steht für den Moderator eine grosse Veränderung an:
Andy Arbeit kommt zurück in den Thurgau.
Genauer gesagt nach Bettwiesen.
Ja. Das ist tatsächlich die grosse Nachricht.
Bettwiesen bekommt prominenten Zuzug
Rund 1’350 Menschen leben in Bettwiesen. Demnächst kommt einer dazu, dessen Stimme vermutlich deutlich mehr Menschen kennen, als Einwohner im Dorf leben.
Ob die Gemeinde bereits besondere Vorkehrungen für den prominenten Neuzuzüger getroffen hat, ist nicht bekannt. Auch von einem offiziellen Empfang durch den Gemeinderat, einer Ansprache oder einem Apéro wissen wir bislang nichts.
Wir bleiben selbstverständlich dran.
Ganz unbekannt ist Bettwiesen dem künftigen Einwohner ohnehin nicht. In seiner Radiosendung hat Andy seinen neuen Wohnort bereits mehrfach zum Thema gemacht.
Besonders angetan hatte es ihm dabei ausgerechnet das Gemeindewappen.
Ein Kissen sorgt für offene Fragen
Wer das Bettwieser Wappen zum ersten Mal betrachtet, könnte sich tatsächlich fragen, was das weisse, etwas eigenwillig geformte Symbol in dessen unterer Hälfte darstellen soll.
Andy wollte es offenbar genauer wissen und griff kurzerhand zum Telefon.
Die Auflösung ist weniger spektakulär, als das Wappen vermuten lässt: Es ist ein Kissen.
Und das ist kein moderner Scherz der Gemeinde. Das Bettwieser Wappen stammt bereits aus dem Jahr 1678. Es zeigt zwei rote Rosen und darunter ein weisses Kissen. Das sogenannte redende Wappen geht auf die längst erloschenen Freiherren von Bettwiesen zurück.
Damit dürfte immerhin eine der wichtigsten Fragen vor dem Umzug geklärt sein.
Ob Andy beim Einzug ein entsprechendes Kissen von der Gemeinde überreicht bekommt, konnten wir bislang nicht in Erfahrung bringen.
Vom Radiomoderator zur Puppe
Wer nun glaubt, mit Radiosendung, Rückkehr in den Thurgau und der investigativen Aufarbeitung eines Kissens im Bettwieser Gemeindewappen sei die Geschichte bereits vollständig erzählt, unterschätzt die Dimensionen des Phänomens «Andy Arbeit».
Denn inzwischen gibt es ihn sogar als Puppe.
Die «D’Andii-Arbeit-Puppe» bringt den Radiomoderator ins heimische Wohnzimmer.

Die Idee dazu entstand mit dem durchaus ambitionierten Ziel, Andy Arbeit auch ausserhalb des Radios jederzeit verfügbar zu machen. Natürlich stilecht inklusive «Guete Morge Thurgau!».
Ob die Puppe künftig zur offiziellen Grundausstattung eines Bettwieser Haushalts gehören wird, ist nicht bekannt.
Ebenso ungeklärt ist, ob die Gemeinde bereits über eine lebensgrosse Version für den Ortseingang nachdenkt.
Wir möchten an dieser Stelle keine Gerüchte verbreiten.
Wenn Harry zurückkehren darf, darf Andy das auch
Natürlich stellt sich an dieser Stelle die journalistische Frage, ob der Umzug eines Radiomoderators innerhalb der Ostschweiz wirklich eine Nachricht von überregionaler Tragweite ist.
Andererseits beschäftigen sich Medien auch ausführlich mit der Rückkehr von Prinz Harry nach Grossbritannien.
Und da mussten wir uns fragen:
Wenn die Rückkehr eines britischen Prinzen eine grosse Schlagzeile wert ist, warum sollte die Rückkehr von Andy Arbeit in den Thurgau weniger bedeutend sein?
Gut, Harry hat den Buckingham Palace.
Andy bekommt Bettwiesen.
Harry hat ein königliches Wappen.
Andy bekommt eines mit einem Kissen.
Und während es von Harry zahlreiche Souvenirs gibt, hat Andy inzwischen immerhin seine eigene Puppe.
Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich keine Wertung vornehmen.
Eine Stellungnahme von König Charles zur Rückkehr von Andy Arbeit in den Thurgau liegt unserer Redaktion bislang nicht vor.
Vom Buckingham Palace ebenfalls nicht.
Wir bleiben dran.
«Andy Arbeit» bleibt Andy Arbeit
Beruflich dürfte sich durch den Wohnortswechsel wenig ändern. Andy wird weiterhin dafür sorgen, dass andere Menschen bereits seine Stimme hören, während sie am Morgen noch darüber nachdenken, ob fünf weitere Minuten Schlaf gesellschaftlich vertretbar wären.
Daran dürfte auch sein Umzug in den Thurgau wenig ändern.
Neu beginnt dieser Arbeitstag einfach in Bettwiesen.
Welche Auswirkungen das auf seine Sendung haben wird, ist offen. Nach seinen bisherigen Beschäftigungen mit dem neuen Wohnort dürfte zumindest nicht ausgeschlossen sein, dass Bettwiesen künftig gelegentlich zu unerwarteter Radio-Prominenz kommt.
Die Gemeinde selbst bezeichnet sich übrigens als «aufgeweckt – natürlich – attraktiv».
Mit einem Morgenmoderator als Einwohner dürfte zumindest das mit dem «aufgeweckt» künftig kaum noch zu bestreiten sein.
Der Thurgau hat ihn wieder
Damit wären eigentlich sämtliche derzeit verfügbaren Informationen erzählt.
Andy zieht zurück in den Thurgau.
Er zieht nach Bettwiesen.
Bettwiesen hat ein Kissen im Wappen.
Andy weiss inzwischen sogar, warum.
Und es gibt eine Andy-Arbeit-Puppe.
Da andere Medien derzeit eindrucksvoll demonstrieren, wie viele Zeilen sich aus der Rückkehr eines bekannten Menschen in seine Heimat produzieren lassen, wollten wir journalistisch selbstverständlich nicht zurückstehen.
Ob die internationale Presse die Geschichte aufgreifen wird, ist derzeit offen.
Willkommen zurück im Thurgau, Andy. Und willkommen in Bettwiesen.
Das Kissen liegt schon bereit.




