Die chinesische Hanfpalme – ein invasiver Neophyt – breitet sich vermehrt auch auf der Alpennordseite aus und verdrängt dabei einheimische Arten. Wer die Blütenstände vor der Fruchtbildung im Frühsommer noch nicht entfernt hat, sollte spätestens jetzt die Früchte grosszügig mit einer Heckenschere abschneiden und sie im kostenlosen Neophytensack entsorgen. Junge Pflanzen können ausgerissen werden. Wer alte Pflanzen nicht mehr will, sollte sie fällen.
Ursprünglich stammt die chinesische Hanfpalme aus Südostchina. Seit Ende des 20. Jahrhunderts breitet sie sich zunehmend in den Wäldern der tieferen Lagen auf der Südseite der Alpen aus. Deshalb wird sie auch «Tessinerpalme» genannt – eine Bezeichnung, die leider fälschlicherweise nahelegt, die Pflanze sei einheimisch. Nicht nur im Tessin findet die Palme günstige Bedingungen: Auch an klimatisch vorteilhaften Standorten wie an See- und Flussufern, in Weinbergen oder Wäldern auf der Alpennordseite gewinnt sie wegen des Klimawandels an Boden. Doch ihre rasante Vermehrung verursacht inzwischen ernste Probleme. Forschende der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL erachten es beispielsweise als wahrscheinlich, dass die Hanfpalme die Waldbrandgefahr befeuert, da sich an ihr viele trockene, abgestorbene Blätter ansammeln.
Effiziente Ausbreitung
Die Hanfpalme verdankt ihre Ausbreitung ihrer äusserst effizienten Fortpflanzung: Sie produziert reichlich Samen, die entweder direkt am Boden keimen oder durch Vögel verbreitet werden. Zudem betreibt sie – im Gegensatz zu Laubbäumen – ganzjährig Photosynthese. Mit der menschlichen Fortpflanzungsunterstützung ist es seit dem 1. September 2024 jedoch vorbei: Durch die Revision der Freisetzungsverordnung ist der Verkauf, das Züchten, Vermieten oder Verschenken und somit auch das Einführen der chinesischen Hanfpalme in der Schweiz verboten. Das gilt beispielsweise auch für den Kirschlorbeer.
Gemeinsame Anstrengungen
Um die Weiterverbreitung invasiver gebietsfremder Arten zu bremsen, ist neben der Bekämpfung die fachgerechte Entsorgung zentral. Um diese zu erleichtern, steht den Einwohnerinnen und Einwohner der Gemeinde Frauenfeld der kostenlose Neophytensack zur Verfügung. Der transparente 60-Liter-Sack kann beim Amt für Hochbau und Stadtplanung an der Schlossmühlestrasse 7 bezogen und gefüllt wieder beim RAZ abgegeben werden. Die Pflanzen werden in der Kehrichtverbrennungsanlage verbrannt. Der Neophytensack ist eine gemeinsame Initiative der Fachstelle Biosicherheit des Amts für Umwelt Thurgau, des Abfallzweckverbands KVA Thurgau und des Zweckverbands Abfallverwertung Bazenheid (ZAB). Er wurde im April 2024 eingeführt.







